Der
Kunstverein Gauting präsentierte in der Ausstellung vom 07.03
2009 bis 05.04.2009 im Rathaus zwei Künstler aus Leipzig.
Die ihrer künstlerischen Tätigkeit zugrunde liegenden
Gedanken sind sehr unterschiedlich. Darüber hinaus handelt es sich
um sehr aktive Künstler.
Petra Ottkowski
Geboren wurde die Malerin Petra Ottkowski in Münster,
Westfalen.
Sie studierte an der dortigen Fachhochschule Grafik-Design. 1995 ging
sie nach Leipzig, wo sie an der Hochschule für Grafik und
Buchkunst ihre künstlerische Ausbildung fortsetzte, zunächst
im Bereich Buchkunst, dann wechselte sie zur Malerei. Sie absolvierte
in der Klasse von Professor Arno Rink ein Fachstudium. 2002 erfolgte
der erfolgreiche Diplomabschluss mit Auszeichnung, 2005 die Verleihung
des Meisterschülertitels. Seither ist sie freischaffend
tätig. Zahlreiche Ausstellungen und Förderungen belegen die
Anerkennung ihrer künstlerischen Entwicklung.
Petra Ottkowski untersucht in ihrer Malerei die Architektur
losgelöst von ihren funktionalen Kontexten. Dabei untersucht sie
Raum und Proportion, Licht und Schatten, Perspektive und Spiegelungen.
Ihre Bilder sind trotz der spürbaren grafischen Gewichtung dennoch
nicht gegenstandslos. Häufig malt sie komplexe, gläserne,
geometrische Skulpturen. Manche Objekte scheinen von innen zu leuchten,
was den sachlichen Formen etwas Poetisches verleiht.
In der Serie „Schattenmuster“ erforscht die Malerin
elementare Licht-Schattensituationen anhand von Kisten, in deren
Öffnungen Schatten werfende Drähte gespannt sind, in Form
geometrischer Grundmuster, wie Rauten, Kreise, Vielecke. Aber auch
Ornamente und Mäander tauchen auf, Wimpel und einfache
stereometrische Körper, die für eine Umlenkung und
Aufbrechung der Schlagschatten sorgen. Die Kisten haben meist keine
Wandstärke, was ihren mathematischen Charakter verstärkt.
Licht- und Schattenformen pendeln zwischen illusionistischer Wiedergabe
und klar definierten, konkreten Flächen. Oft sind nur Ausschnitte
von Kisten zu sehen und die Schatten verselbständigen sich zum
abstraktem Muster. Erst durch die Schlagschatten der Drähte, die
über die Kistenwände streifen, wird die räumliche
Konstruktion verständlich.
Ottkowski in der
Galerie Hartwich
Martin Kreim
Martin Kreim wurde in Kladno,
Tschechische Republik, geboren.
Nach einem Gaststudium an der Kunsthochschule Giebichenstein/Halle
absolvierte er ein Kunststudium an der Leipziger Akademie bei Professor
Sighard Gille.
Im Jahr 2000 führte ihn ein Arbeitsstipendium nach
Sattendorf/Österreich. 2001 wurde Kreim mit dem Kunst- und
Förderpreis der Sparkassenstiftung Bayreuth ausgezeichnet.
Martin Kreim beschäftigt sich seit Abschluss seines Kunststudiums
mit dem Thema der Stadt in verschiedenen Facetten. Im Zentrum des
Geschehens steht der Mensch. Aus weiter Distanz stellte er zuerst
Stadtteile, Straßenzüge, Hochhäuser und Fassaden dar,
später private Interieurs, aber vor allem öffentliche
Räume wie Läden, Hallen, Einkaufszentren und Büros. Ein
häufiges Thema sind Einblicke, die Intimität versprechen,
aber gleichzeitig wieder zurückgenommen werden, durch eine bewusst
eingesetzte optische Distanz. Glaswände, Reflexionen und
Spiegelungen, verwehren dem Betrachter eine zu genaue Sicht auf die
Bewohner.
Kreims Bilder sind Kombinationen aus Finden und Erfinden, Beobachtungen
vor Ort, Intuition und Konstruktion verbinden sich zu einer Einheit.
Durch gezielte Vereinfachung im Bild schafft er oft monochrome
abstrahierende Flächen. Als Kontrapunkt dazu agieren im Bild
realistisch gemalte Figuren und Gegenstände. Linien und
Flächen korrespondieren auf grafisch reizvolle Weise miteinander
und zeigen die Realität in einem sich auflösenden Raum.
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Martin Kreim: Martin Kreim
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