Kontexterweiternde und integrative Gesamtschau auf die Gemeinde Gauting und ihre informatorische Landschaft mittels Kunst. Basierend auf kulturellen und natürlichen Quellen verfolgen wir das Ziel, eine erweiternde Sichtweise als Grundlage für alternative Problemlösungsansätze und nachhaltige Handlungsperspektiven zu schaffen und zu vermitteln.

OrtsBild Gauting

„Offener Blick auf die Kulturlandschaft Gauting im Würmtal“

Zeitraum: 2020

Foto Michael Nguyen

Ausgangssituation: Die Gemeinde Gauting liegt südlich vor den Toren Münchens im Würmtal, einem 6000 Jahre alten Siedlungsraum, der durch die Würmeiszeit geformt wurde. Hier sind geschichtliche und naturgeschichtliche Relikte in Fülle zu finden.

Fundsteine aus dem Würmtal mit Profilgesichtern nach links (Geofakte).
Durch Ähnlichkeit (Frisuren, Kleidung) lassen sich verschiedene Epochentypen wiedererkennen:
ein Beispiel, in der Landschaft zu „lesen“.

Die Natur- und Landschaftsschönheit der Umgebung verhalf Gauting seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu wachsender Beliebtheit als Wohnort. Infolge der Ausbreitung der Metropolregion München ist Gauting mit Umgebung zunehmenden Belastungen ausgesetzt: Verkehrsdichte, Siedlungsdruck, Freizeit- und Erholungsbedürfnisse… 

Das gegebene Kultur- und Naturerbe wird als zu nutzende Ressource bislang nicht hinreichend in Betracht gezogen.  

Wenig nachhaltige Sachzwangs-Lösungen verursachen u.U. irreparable Schäden als Resultat von 1. Unkenntnis und 2. einseitigen Betrachtungsweisen. 

Wir schaffen beidem Abhilfe, erarbeiten einen erweiternden Blick auf Gauting und das Würmtal, um die „soft values“ der Region als eigentliche „core values“ deutlich ins öffentliche Bewusstsein zu heben. So erschließen wir Denk- und Handlungsräume für nachhaltige Herangehens- und Erlebensweisen.   

Unser Projekt: Im Zuge des „Offenen Blicks“ werden in 2020 die lokalen Ressourcen umfassend neu gesehen, gedacht, in erweiternde Kontexte gestellt und durch Zeichnung, Malerei, Druckgrafik und Fotografie in Gauting in Ausstellungen präsentiert. 

Open Fokus Spaziergang, Bleistift, 20 x 17 cm, 2017 von Bernd Wiedemann
Steine aus dem Grubmühler Feld, Zeichnungen mit Tonwertumkehrung, Collage, 2018 von Bernd Wiedemann

Als Künstler verknüpfen wir Vielfalt: Natur-/Kultur-/Ideengeschichte, Landschaftsmythologie, Ökologie und Biotope, Wasser, Freizeit- und Erlebnisverhalten, Naturphilosophie, Raumplanung und andere Aspekte holo–grafisch [sic!] und modellhaft durch Zeichnung, Malerei, Fotografie und Druckgrafik.

Parallel zu den Ausstellungen werden Fachvortrags- und Diskussionsabende die jeweiligen Thematiken kontexterweiternd begleiten. So verbinden wir künstlerische mit wissenschaftlicher Perspektive und bringen sie in öffentlichen Dialog. Dazu laden wir ausgewählte Referenten ein.

Exponate und Texte werden als originalgrafische Edition bzw. gedruckter Katalog veröffentlicht und dem Gemeinderat sowie den Partnerstädten Clermont-l`Herault und Patchway und der Universidad Autónoma del Estado de México UAEM (im Rahmen der Kooperation mit dem KVG) übergeben. 

Das Ziel: Wir generieren mit künstlerischer Arbeit eine nachhaltige regionale Gesamtperspektive, schließen vernachlässigte (Denk-)Räume auf. Wir geben dem Geist eine Heimat – eine Struktur, die flexibel als Werkstatt und Kreativraum fungiert und dauerhaft zur Verfügung steht. Sie kann idealerweise z.B. in Form einer Stiftung weiterentwickelt werden. Wir sehen unser Projekt als Vorarbeit zur Gründung einer solchen künstlerisch-didaktischen, interdisziplinären und modellhaft übertragbaren Struktur.

Mit inspiriert vom „Modellvorhaben Landschaftsmuseum Würmtal“ von Dr. Gerhard Ongyerth (Landesamt für Denkmalpflege) von 1992 werden Bereiche wie (Ideen-) Geschichte, Archäologie, Biotope, Landschaftsmorphologie, soziale und wirtschaftliche Aspekte künstlerisch bearbeitet und umgesetzt. 

Projektleitung: Kai Schaufler, Bernd Wiedemann